Ratgeber
Was kostet ein Headhunter? Honorar und Abrechnungsmodelle
Nach welchen Modellen rechnet ein Headhunter ab?
Bei Headhuntern sind drei Abrechnungsmodelle üblich. Sie unterscheiden sich darin, wann das Honorar fällig wird und wie sich der Betrag berechnet.
Erfolgshonorar
Beim Erfolgshonorar zahlen Sie erst, wenn die Stelle besetzt ist und der Kandidat unterschreibt. Bis dahin fallen keine Kosten an. Das ist für Unternehmen angenehm, eignet sich aber eher für Positionen, die sich vergleichsweise leicht besetzen lassen.
Retainer
Beim Retainer zahlen Sie das Honorar in mehreren Raten, häufig zu je einem Drittel. Die erste Rate wird bei Auftragsvergabe fällig, die zweite bei der Vorstellung der Kandidaten und die dritte bei der Einstellung. Dieses Modell passt vor allem zur Direktsuche nach Führungskräften, weil ein großer Teil der Arbeit schon vorher anfällt.
Festhonorar
Beim Festhonorar steht der Betrag von Anfang an fest. Das Gehalt der Position spielt dabei keine Rolle. Das macht die Kosten gut planbar. Voraussetzung ist allerdings, dass sich der Aufwand vorher einigermaßen abschätzen lässt.
| Erfolgshonorar | Retainer | Festhonorar | |
|---|---|---|---|
| Wann zahlbar | Erst, wenn die Stelle besetzt ist. | In mehreren Raten, fällig bei Auftrag, Vorstellung und Einstellung. | Fester Betrag, ab Auftragsvergabe vereinbart. |
| Wie berechnet | Anteil am Jahresgehalt der Position. | Anteil am Jahresgehalt, aufgeteilt auf die Raten. | Pauschale, unabhängig vom Gehalt der Position. |
| Passt für | Stellen, die sich vergleichsweise leicht besetzen lassen. | Direktsuche nach Führungskräften. | Positionen, deren Aufwand sich vorher gut abschätzen lässt. |
Ein Rechenbeispiel für die Honorarkosten
Ein Beispiel macht die Berechnung des Honorars am einfachsten. Die Zahlen hier dienen nur zur Veranschaulichung und sind keine feste Preisangabe.
Laut einer Branchenstudie des BDU liegt das durchschnittliche Honorar bei rund 27,5 Prozent des Jahresgehalts, im Fachbegriff des Zieleinkommens. Das folgende Beispiel rechnet mit einem ähnlichen Satz.
Angenommen, Sie besetzen eine Führungsposition mit einem Jahresgehalt von 90.000 Euro. Der Headhunter berechnet 30 Prozent davon. Das Honorar liegt dann bei 27.000 Euro.
Beim Retainer verteilt sich dieser Betrag auf drei gleiche Raten von je 9.000 Euro. Bei einem reinen Erfolgshonorar zahlen Sie die vollen 27.000 Euro dagegen erst, wenn die Besetzung geklappt hat.
Für die Berechnung zählt, welchen Gehaltsbetrag der Berater als Grundlage nimmt. Viele rechnen mit dem Zielgehalt inklusive Boni, nicht nur mit dem Fixgehalt. Steigt das Gehalt der Position, steigt das Honorar entsprechend mit.
Honorar-Rechner
Unverbindliche Beispielrechnung, keine Preisangabe.
Beim Erfolgshonorar wird der Gesamtbetrag erst bei erfolgreicher Besetzung fällig.
Welche Leistungen stecken im Honorar?
Mit dem Honorar ist mehr bezahlt als nur die Vermittlung eines Kandidaten. Bevor Sie überhaupt jemanden kennenlernen, steckt schon einiges an Arbeit in der Suche.
Zuerst wird die Position gemeinsam besprochen. Danach sucht der Berater selbst nach passenden Kandidaten und spricht sie direkt an. Auch die ersten Gespräche übernimmt er. Dabei schaut er auf die fachlichen Voraussetzungen, die Motivation und die Frage, ob die Person zur Stelle passt. Bei Ihnen landen dann nur noch die Kandidaten, die nach dieser ersten Prüfung überzeugen.
Mit der Vorstellung ist die Sache noch nicht erledigt. Der Berater hält den Kontakt zwischen beiden Seiten, bis der Vertrag unterschrieben ist. Manche Aufträge schließen auch die Zeit nach dem Start ein. Beim Vergleich von Honoraren lohnt es sich deshalb, genau hinzuschauen, was im Preis tatsächlich enthalten ist.
Was treibt den Preis nach oben oder unten?
Der Prozentsatz ist kein fester Wert, sondern richtet sich nach dem Aufwand. Schwierige Positionen kosten in der Suche mehr als Stellen, für die viele geeignete Kandidaten verfügbar sind.
Besonders seltene Profile machen die Suche schwieriger. Wenn nur wenige Menschen die Anforderungen erfüllen und diese bereits fest im Job sind, wird es schwer, sie überhaupt zu erreichen. Das gilt auch für hohe Führungsebenen, enge Branchennischen und Regionen, in die kaum jemand wechseln möchte. Zeitdruck und strenge Vertraulichkeit können den Aufwand zusätzlich erhöhen.
Ein größerer Kandidatenmarkt macht die Suche dagegen meist einfacher. Auch ein exklusives Mandat kann das Honorar senken, weil der Berater dann nicht gegen andere Personalberater um dieselbe Besetzung arbeitet. Eine realistische Gehaltsvorstellung ist ebenfalls wichtig. Ist das Gehalt zu niedrig angesetzt, kann sich die Suche verlängern und am Ende mehr kosten.
Wann rechnet sich ein Headhunter?
27.000 Euro für eine Besetzung klingen erst einmal nach viel Geld. Eine offene Führungsposition kostet ein Unternehmen aber ebenfalls. Entscheidungen bleiben liegen, Mitarbeiter übernehmen zusätzliche Aufgaben und wichtige Projekte kommen langsamer voran.
Eine gute Führungskraft zu finden, kann Monate dauern. Über eine normale Stellenanzeige erreicht man längst nicht jeden. Viele erfahrene Kandidaten suchen nicht aktiv nach einer neuen Stelle und reagieren eher auf eine persönliche Ansprache.
Richtig teuer wird es, wenn die falsche Person eingestellt wird. Passt es fachlich oder menschlich nicht, zeigt sich das manchmal erst nach einigen Monaten. Dann beginnt die Suche erneut. Die Einarbeitung war umsonst und die Stelle bleibt wieder unbesetzt. Eine sorgfältige Vorauswahl senkt genau dieses Risiko.
Bei einer Schlüsselposition können die Kosten einer Fehlbesetzung deutlich über dem Honorar liegen. Dann rechnet sich ein Headhunter trotzdem.
Woran erkennen Sie faire Kostentransparenz?
Seriöse Anbieter sagen Ihnen vor dem Auftrag, was die Suche kostet. Später sollte auf der Rechnung nichts auftauchen, womit Sie vorher nicht gerechnet haben.
Dazu gehört auch, auf welches Gehalt sich der Prozentsatz bezieht. Beim Festgehalt kommt eine andere Summe heraus als beim Zielgehalt mit Boni, bei einer Führungsposition schnell mehrere Tausend Euro.
Schauen Sie auch auf die Nebenkosten. Reisekosten oder Eignungstests können zusätzlich berechnet werden. Am besten ist von Anfang an klar, was davon auf Sie zukommt. Klären Sie außerdem, was passiert, wenn die neue Führungskraft die Probezeit nicht übersteht. Viele Berater bieten in diesem Fall eine erneute Suche ohne weiteres Honorar an, meist innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
Häufige Fragen zu Headhunter-Kosten
Wie hoch ist die Provision eines Headhunters?
Mit Provision ist meist das erfolgsabhängige Prozenthonorar gemeint. Üblich sind 25 bis 33 Prozent des Jahresgehalts der Position. Bei einem Festhonorar zahlen Sie dagegen einen vorher vereinbarten Betrag, unabhängig vom Gehalt.
Was kostet ein Personalberater im Vergleich zum Headhunter?
Die Begriffe überschneiden sich, auch bei den Kosten gibt es kaum einen Unterschied. Für eine Festbesetzung berechnet ein Personalberater meist ebenfalls einen Anteil am Jahresgehalt. Bei einfacheren Stellen liegt das Honorar für eine klassische Personalvermittlung oft etwas niedriger als bei der spezialisierten Direktsuche auf Führungsebene.
Kann man das Honorar eines Headhunters verhandeln?
Ja, die Konditionen sind Verhandlungssache. Verhandeln lässt sich zum Beispiel über den Prozentsatz, die Aufteilung der Raten oder die Vergabe als Alleinauftrag. Ein seriöser Berater hält die vereinbarten Konditionen vorab schriftlich fest.
Sind die Kosten für einen Headhunter steuerlich absetzbar?
Ja. Das Honorar zählt als Betriebsausgabe und mindert den zu versteuernden Gewinn. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen können die enthaltene Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. Ihre Steuerberatung kann den konkreten Fall prüfen.
Was kostet die Suche bei Finding Heads?
Die Kosten stehen vor dem Auftrag fest. Sie wissen also genau, welches Honorar auf Sie zukommt und welche Leistungen darin enthalten sind.
Ob sich eine Direktsuche für Ihre Position lohnt und was sie kostet, besprechen wir in einem ersten Gespräch. Wie wir dabei vorgehen, zeigt unsere Leistungsseite zum Headhunting.
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