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Ratgeber

Was bedeutet Interim Management? Einsatzfälle und Ablauf

Interim heißt so viel wie „Zwischenzeit“ und kommt vom lateinischen ad interim, also „einstweilen“. Beim Interim Management übernimmt ein erfahrener Manager für eine begrenzte Zeit eine Führungsaufgabe, zum Beispiel wenn eine Führungskraft unerwartet ausfällt oder ein wichtiges Projekt ansteht. Ist die Aufgabe erledigt, endet auch sein Einsatz.

Was bedeutet Interim?

„Das Interim“ ist eine Übergangslösung. Sie gilt nur so lange, bis eine dauerhafte Regelung gefunden ist. Im Alltag kennen Sie den Begriff zum Beispiel aus „Interims-Chef“ oder „Interimslösung“. „Interimistisch“ bedeutet einfach „vorläufig“.

In Unternehmen ist mit „Interim“ meist ein Interim Manager gemeint, also eine Führungskraft auf Zeit.

Was ist Interim Management?

Interim Management wird auch „Management auf Zeit“ genannt. Das Unternehmen holt sich für eine bestimmte Aufgabe eine erfahrene Führungskraft von außen, meist auf selbstständiger Basis. Sie ist nicht fest angestellt, sondern arbeitet für die Dauer des Auftrags im Unternehmen.

Ein Einsatz dauert meist drei bis achtzehn Monate. In dieser Zeit übernimmt der Interim Manager die Verantwortung für seinen Bereich, führt das Team und kümmert sich um die vereinbarten Ziele. Eine lange Einarbeitung fällt oft weg, weil er seine Erfahrung direkt in die Arbeit einbringen kann.

Wann setzen Unternehmen Interim Management ein?

Interim Management ist sinnvoll, wenn kurzfristig eine gestandene Führungskraft gebraucht wird.

Oft entsteht der Bedarf durch eine plötzliche Vakanz. Kündigt eine Führungskraft oder fällt sie länger aus, bleibt die Position erst einmal unbesetzt. Ein Interim Manager übernimmt die Aufgabe, bis die Stelle dauerhaft besetzt ist.

In einer Krise kann externe Führung helfen. Bei einer Sanierung oder einem größeren Umbau fehlt im Unternehmen manchmal die Erfahrung für solche Situationen. Ein Interim Manager bringt dieses Wissen mit und kann auch schwierige Entscheidungen treffen.

Bei großen Projekten wird ebenfalls oft externe Unterstützung geholt. Ein neues Werk oder ein umfangreicher Systemwechsel braucht Führung und spezielles Know-how, aber nicht unbedingt dauerhaft.

Auch beim schnellen Wachstum kann ein Interim Manager einspringen. Das Unternehmen gewinnt Zeit, um Strukturen aufzubauen und später eine feste Führungskraft zu finden.

Ein Beispiel: Bei einem Maschinenbauer verlässt der Vertriebsleiter das Unternehmen mitten im wichtigsten Quartal, die Nachbesetzung wird Monate dauern. Ein Interim Manager übernimmt in dieser Zeit den Vertrieb. Kundentermine und Angebote laufen weiter, das Team kann normal weiterarbeiten. Wenn der neue Vertriebsleiter startet, findet er aktuelle Zahlen und einen klaren Überblick über die laufenden Aufgaben vor.

Vakanz

Eine Führungsposition ist plötzlich frei und muss überbrückt werden.

Krise

Sanierung oder Umbau brauchen Führung, die das schon gemacht hat.

Projekt

Ein Großprojekt braucht zeitweise zusätzliche Führung.

Wachstum

Das Unternehmen wächst schneller als seine Strukturen.

So läuft ein Interim-Einsatz ab

01

Vor dem Einsatz

Vor dem Einsatz sprechen Unternehmen und Interim Manager über die Aufgabe. Was soll erreicht werden? Was muss zuerst passieren? Wie viel Zeit steht dafür zur Verfügung?

02

Die ersten Tage

In den ersten Tagen geht es vor allem darum, den Betrieb und die Situation kennenzulernen. Der Interim Manager spricht mit den Mitarbeitern, schaut sich die Zahlen an und klärt, wer für welche Themen zuständig ist.

03

Im Tagesgeschäft

Danach arbeitet er ganz normal im Tagesgeschäft mit. Er setzt um, wofür er geholt wurde, verfolgt die Fortschritte und steuert nach, wenn etwas hakt.

04

Die Übergabe

Zum Schluss übergibt der Interim Manager seinen Bereich geordnet. Die wichtigsten Informationen und Abläufe bleiben dabei im Unternehmen.

Interim Manager oder Unternehmensberater, wo ist der Unterschied?

Der Unterschied liegt vor allem darin, was nach der Analyse passiert.

Ein Unternehmensberater schaut sich ein Problem an und erarbeitet Vorschläge. Er kann zum Beispiel ein Konzept für eine neue Strategie oder einen Umbau entwickeln. Die Umsetzung übernimmt anschließend das Unternehmen.

Ein Interim Manager arbeitet direkt im Unternehmen mit. Er trifft die Entscheidungen selbst und verantwortet, dass die Lösung am Ende auch wirkt. Während des Einsatzes arbeitet er eng mit dem Team zusammen.

Der Berater entwickelt also Lösungen, der Interim Manager setzt sie um.

Berater, Interim Manager und Freelancer im Vergleich

UnternehmensberaterInterim ManagerFreelancer
RolleAnalysiert und empfiehlt.Führt einen Bereich auf Zeit.Erledigt ein klar umrissenes Fachthema.
Wer entscheidetDas Unternehmen.Er selbst, im vereinbarten Rahmen.Das Unternehmen gibt die Richtung vor.
Wer steht fürs Ergebnis einDie Verantwortung bleibt im Haus.Der Interim Manager persönlich.Er liefert sein Arbeitspaket ab.
Wie langeBis das Konzept steht.Meist einige Monate, mit klarem Ende.Solange der Auftrag läuft.

Was Interim Management nicht leisten kann

So nützlich die schnelle Hilfe ist, ein Dauerzustand ist Interim Management nicht. Eine Position, die langfristig besetzt werden soll, braucht am Ende trotzdem eine feste Führungskraft. Der Interim Manager überbrückt die Zeit bis dahin, er ersetzt die Suche aber nicht.

Auch wirtschaftlich hat das Modell eine Grenze. Über wenige Monate kann sich der Tagessatz rechnen, über Jahre wird er teurer als ein festes Gehalt. Zieht sich ein Einsatz immer weiter, ist eine dauerhafte Besetzung meist der bessere Weg.

Ein weiterer Punkt ist die Übergabe. Der Interim Manager sollte sein Wissen und wichtige Informationen rechtzeitig an den Nachfolger oder das Team weitergeben. Das lässt sich am besten von Anfang an einplanen. Gute Interim Manager sprechen das Thema deshalb frühzeitig an.

Häufige Fragen zu Interim Management

Was kostet ein Interim Manager?

Interim Manager rechnen in der Regel über einen Tagessatz ab. Bezahlt werden nur die tatsächlich geleisteten Tage. Laufende Personalkosten wie bei einer Festanstellung fallen nicht an. Aufgabe, Branche und Erfahrung beeinflussen die Höhe des Tagessatzes. Der Branchenverband DDIM nennt für 2026 einen durchschnittlichen Tagessatz von rund 1.300 Euro.

Beide arbeiten selbstständig und auf Zeit. Ein Freelancer wird meist für eine fachliche Aufgabe gebucht, etwa ein Projekt oder eine Spezialleistung. Ein Interim Manager übernimmt dagegen eine Führungsrolle und ist für die Ergebnisse seines Bereichs verantwortlich.

Interim Management ist nicht nur etwas für große Konzerne. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen setzen einen Manager auf Zeit ein, wenn eine Führungskraft kurzfristig ausfällt oder für ein Projekt Erfahrung fehlt. Das gilt auch für Familienunternehmen, die bestimmte Aufgaben nicht dauerhaft im eigenen Team abdecken möchten.

Ein schneller Start gehört zu den Vorteilen von Interim Management. Viele Interim Manager sind zwischen zwei Mandaten frei und können zeitnah übernehmen. Damit lässt sich eine Lücke in der Führung meist schneller schließen als über eine feste Neubesetzung.

Kommissarisch heißt, jemand aus dem eigenen Haus übernimmt vorübergehend eine andere Position, meist zusätzlich zur bisherigen Aufgabe und ohne festes Ende. Ein Interim Manager ist dagegen eine externe Führungskraft, die nur für diesen Auftrag und einen absehbaren Zeitraum ins Unternehmen kommt.

Interim Management mit Finding Heads

Bei Finding Heads kommen die Berater selbst aus der Führungspraxis und kennen viele Interim Manager aus ihrem beruflichen Netzwerk. So können wir gezielt nach Managern suchen, die Erfahrung für die jeweilige Aufgabe mitbringen.

Ob ein Interim Manager für Ihre Situation sinnvoll ist, sehen wir uns im Erstgespräch gemeinsam an. Mehr über unser Vorgehen lesen Sie auf der Seite zum Interim Management.

Interim Management Bedeutung: Berater von Finding Heads aus der Führungspraxis

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